Montag, 1. September 1997 Landkarte (Beta)
Besuch im Fort Hahneberg
Sechs Fledermausarten in über hundert Individuen
Am westlichen Stadtrand von Berlin in Staaken liegt das in den Jahren 1882 bis 1888 erbaute Fort Hahneberg, eine Vorbastion der Spandauer Zitadelle und die letzte errichtete Festung in Europa. Nachdem der Ortsteil West-Staaken an die damalige sowjetisch besetzte Zone übergeben wurde, wurde das Fort im Rahmen des Wiederaufbauprogrammes zum Abbruch freigegeben. Doch da das Fort zum größten Teil unterirdisch angelegt ist, konnte nur freistehendes Mauerwerk abgetragen werden, ein Großteil der Anlage blieb daher erhalten.
Im Jahre 1951 wurde das Areal zum militärischen Sperrgebiet bzw. zum Grenzstreifen zwischen der DDR und West-Berlin. Somit verfiel das Fort in einen "Dornröschenschlaf" – von Menschen fast unberührt. Auf diese Weise konnte die Natur in vier Jahrzehnten eine Tier- und Pflanzenwelt schaffen, die in Berlin und Umgebung nur noch höchst selten bzw. gar nicht mehr anzutreffen ist. Somit ist das Fort und seine Umgebung im hohem Maße als schützenswert zu betrachten.
So gibt es sechs Fledermausarten in über hundert Individuen. Die Mager- und Trockenrasenflächen im Innenhof bilden einen weiteren Teil der Anlage, welcher einen Lebensraum für seltene Tierarten wie den Wolfsmilchschwärmer, den Warzenbeißer und die Zauneidechse darstellt. Seit 1990 gibt es die Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg, zu der wir Anfang des Jahres erste Kontakte geknüpft haben. Für die Zukunft sind gemeinsame Naturschutzprojekte geplant.
Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg
Oliver Zinnow - DWJ Landesverband Berlin (217 Wörter)
Themen: Die Info