Sonntag, 5. Februar 1989  

Jugendarbeit für Wald und Natur

Diskussion auf der Internationalen Grünen Woche

Auf der Internationalen Grünen Woche (IGW), dieses Jahr vom 27. Januar bis zum 5. Februar, hatte die Berliner Waldjugend wieder Gelegenheit, ihre Naturschutzarbeit in der Öffentlichkeit darzustellen. Wie bereits im letzten Jahr lud das Hessische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz zu einer Diskussion ein. Mit dabei waren Forstdirektor Dr. Rödig vom Ministerium, der Geschäftsführer der SDW in Hessen, Robert Emmermann, sowie Forstrat Elmar Lakenberg, Referatsleiter der Berliner Forsten. Neben unserer Waldjugend waren auch noch die Waldkäuze eingeladen.

Die Waldkäuze sind eine Umweltschutz-Arbeitsgemeinschaft an der Max-Beckmann-Oberschule in Berlin-Reinickendorf. Sie besteht aus Schülern (und ehemaligen Schülern) dieser Schule, die in ihrer Freizeit vor allem Biotoppflege in einem Feuchtgebiet im Wald betreiben. Zusammen mit ihrem Lehrer Hans-Ulrich Kreusler haben sie das Umweltspiel "Sauerei" (für 15,- DM zu haben) entwickelt. Die Waldkäuze konnten schon einige Umweltschutzpreise gewinnen. Seit einiger Zeit sind sie als Arbeitsgruppe Mitglieder der SDW.

Die Diskussion fand auf der Bühne der Land-Show in Halle 17 statt. Zuerst konnten wir uns und unsere Arbeit kurz vorstellen. Das Hauptthema war diesmal die Frage nach den Umweltthemen im Schulunterricht. In diesem Zusammenhang wollten wir besonders auf die praktische Naturschutzarbeit in der Waldjugend hinweisen. In einer vorhergehenden Gruppenstunde wurde uns die Frage gestellt: "Warum bist Du in der Waldjugend?" Wir kamen zu dem einstimmigen Ergebnis, dass eben diese praktische Arbeit ein Hauptgrund ist. Einer von den Jüngeren bemerkte treffend: "Bei der Waldjugend braucht man keine dicken Bücher zu lesen, um etwas zu lernen!" Damit wären wir beim Thema: Die Umweltthemen werden in der Schule – wenn überhaupt – nur themenorientiert erörtert. Grün ist nur die Tafel an der Wand. Wichtig ist aber gerade das Erleben in der Natur.

Der Kontakt zu den Hessen entstand auf der letzten Grünen Woche vor einem Jahr. Damals hatte Staatssekretär Dr. Rudolf Maurer mit uns über die Bedeutung des Waldes diskutiert und uns anschließend zu einem Forsteinsatz in den Odenwald eingeladen. Auch dieses Jahr war er wieder in Berlin und besuchte uns an unserem Stand.

Leider wird die Internationale Grüne Woche mehr und mehr zu einer Fressorgie. Die Informationsstände der Naturschutzverbände kommen zu kurz. Nur wenn man weiß, dass es sie gibt, findet man sie auch. Unser Stand lag auch wieder etwas abseits im Übergang vom Messegelände zum ICC. Von den rund 461.000 Besuchern, die dieses Jahr dort waren, bekamen wir nur wenig mit.


mco - DWJ Landesverband Berlin (386 Wörter)
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