Montag, 3. April 1995 Landkarte (Beta)
6.000 Bäume gepflanzt
Konkretes fürs Klima: Mauerstreifen wird wieder Wald
Anderthalb Hektar des früheren Grenzstreifens zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf haben hundert Umweltaktivisten aus Berlin und Brandenburg am Sonnabend aufgeforstet.
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Waldjugend und die Aktion Weltfriedensgarten wollten damit "etwas Konkretes leisten, wenn schon beim Klimagipfel selbst wenig herauskommt", wie Helga Garduhn von der Waldjugend sagte. Die insgesamt 6.000 am Sonnabend gepflanzten Stecklinge, so die Oranienburger Lehrerin, haben Firmen und die Stiftung Naturschutz bezahlt. In dem Areal im Norden Berlins hat die Waldjugend seit der Wende bereits 40.000 Laubbäume gepflanzt. Der Verein hat einen der vier letzten Grenz-Wachtürme gekauft, ausgebaut und mit Solaranlage und Brunnen bestückt. Die Kinder um Helga Garduhn und um ihren Schöneberger Kollegen Marian Przybilla wollen die noch öde Narbe zwischen beiden Ländern mit gesundem Mischwald verschwinden lassen.
"Wenn weiterhin auch auf der Nordhalbkugel so viel Wald verschwindet", so die Berliner Landschaftsgestalterin Merete Mattern – sie hatte die Aktion mitorganisiert -, "wird das Klima vollends aus dem Ruder laufen." Zusammenhängende Waldgebiete seien unentbehrlich, weil sie Niederschläge und Wind regulieren und so viele Naturkatastrophen verhindern können.
sn, Berliner Zeitung (175 Wörter)
Themen: Medienecho, Naturschutzturm