Auf dem Wiesenski durchs Grenzgebiet

Seit 15 Jahren gibt es den Naturschutzturm in Hohen Neuendorf – Kleines Fest zum Jubiläum

HOHEN NEUENDORF. – Man stelle sich vor, man ginge in die achte Klasse und wäre gerade auf Wandertag durch Brandenburgs Wälder. Plötzlich entdeckt man eine Ringelnatter und läuft zum Lehrer, um ihm aufgeregt von dem Fund zu berichten. Was bekäme man da wohl als Antwort? Mit einiger Sicherheit etwas in der Art wie: Prima. Und jetzt weiterlaufen.

Entsprechend gestaunt haben dürften kürzlich die Achtklässler einer Steglitzer Schule, als sie ihrem Lehrer Marian Przybilla bei einem Ausflug zum Naturschutzturm Hohen Neuendorf von der Begegnung mit einer Schlange berichteten. Der nämlich antwortete ihnen nach Begutachtung des Exemplars: "Einfangen und im Moor aussetzen!" Wer Marian Przybilla kennt oder zumindest von seiner großen Leidenschaft weiß, dem können dererlei Anweisungen an seine Schüler kaum verwundern. Schließlich ist der Mann passionierter Naturliebhaber. Und er betreibt seit der Wende gemeinsam mit Helga Garduhn den Naturschutzturm im Grenzstreifen zu Frohnau.

Seit Sonnabend gibt es den Turm nun schon 15 Jahre lang und das war Grund für ein kleines Fest. Bei strahlendem Sonnenschein konnten Kinder Rätsel rund um das Thema heimische Tiere lösen. So zum Beispiel die Zuordnung von Fellen zu ihren einstigen Besitzern. Attraktion und schwierigste Aufgabe war es allerdings, mit dem Wiesenski heil und ohne grüne Flecken auf den Knien ins Ziel zu kommen. Wer übrigens möchte, dass ein Kind eine Ringelnatter von einer Blindschleiche unterscheiden lernen soll, dem seien neben einem Ausflug zum Turm auch die alljährlichen Ferienfahrten der Deutschen Waldjugend Berlin-Brandenburg empfohlen. In diesem Jahr geht es nach Karlshagen auf der Insel Usedom. Allerdings wäre für Kurzentschlossene etwas Eile geboten, die zehntägige Fahrt startet nämlich schon am 24. Juni.

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