Montag, 27. April 2009 Landkarte (Beta)
Bäume überbringen eine Botschaft
Auf dem einstigen Grenzstreifen wurden 60 Bergahorne gepflanzt / Erinnerung an deutsche Teilung
HOHEN NEUENDORF. – Die Nummer 10 ist ihr Bergahorn. Die Schüler der Klasse 4b der Pestalozzigrundschule Birkenwerder haben ihre Sparbüchsen um je 1,20 Euro erleichtert und sind nun Pate eines Baumes auf dem ehemaligen Grenzstreifen. "Aber wir wollten nicht nur Geld spenden, sondern auch sehen, wo unser Baum steht", berichtet Anna. Deshalb sind ein paar Viertklässler mit elterlicher Unterstützung auch zur Pflanzaktion gekommen und haben ihren Baum selbst in den Boden gebracht. Es wird nicht ihr letzter Besuch an diesem geschichtsträchtigen Ort sein. Zu Wandertagen wollen die Kinder ihren Baum besuchen und sehen, wie er wächst.
"Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!" Dieses Zitat stammt von Julius Sterling Morton, dem Initiator des "Tag des Baumes", der zuerst in Nebraska begangen wurde und 1952 auch nach Deutschland kam. Erinnerung und Zukunft zugleich verkörperte die Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Sonnabend. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau wurden 60 Bergahorne, der Baum des Jahres 2009, gepflanzt. 20 Jahre nach dem Mauerfall soll die Baumkette künftige Generationen an die deutsche Teilung erinnern.
Das Besondere an diesen Bäumen: Sie haben alle einen Paten. Wie Marian Przybilla von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtete, haben Familien mit Kindern, Schulklassen, Vertreter von demokratischen Parteien, von Vereinen und von Firmen – nicht nur aus Hohen Neuendorf, sondern auch aus Birkenwerder, Oranienburg und Berlin – eine Baumpatenschaft übernommen. Sie betrug 30 Euro und wurde mit einer Urkunde belohnt. "Bäume als Überbringer einer wichtigen historischen Botschaft finden wir gut", so Petra Schmidt vom Geschichtskreis des Kulturkreises Hohen Neuendorf.
Hohen Neuendorfs Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung oblag es, mit hochgekrempelten Ärmeln und kräftigem Spatenstich den ersten Baum zu setzen, denn auch das Stadtoberhaupt steht in der Liste der Baumpaten. Hartung versicherte der Schutzgemeinschaft, dass die Stadt helfen wird, dass die Bäume gut anwachsen. Der Wasserwagen werde regelmäßig hier Station machen.
Helga Garduhn von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald war am Sonnabend auch in "internationaler Mission" tätig. Gordon Knox, Bürgermeister von Blyth, einer Kleinstadt im englischen Northumberland, hatte über seine aus Oranienburg stammende Frau Kunde von der Pflanzaktion erhalten. Dem Engländer war es ein Bedürfnis, auch eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Helga Garduhn setzte für ihn den Baum Nummer 7.
Projektinfos zum Naturschutzturm.
Helga Gerth, Märkische Allgemeine (375 Wörter)
Themen: Medienecho, Naturschutzturm, Tag des Baumes