Bereits der 14. Baum gepflanzt
HOHEN NEUENDORF. – Frisch vermählt hatten Martina Winkler, geb. Henkel, und Michael Winkler nichts eiligeres zu tun, als mit Spaten und Gießkanne zu hantieren: Unterhalb des ehemaligen Grenzturms zwischen Berlin-Frohnau und Hohen Neuendorf setzte das Brautpaar einen Ulmenschößling. Es steuerte damit den 14. Jungbaum zum so genannten Hochzeitswald bei.
Seit 1991 betreut die Deutsche Waldjugend die symbolischen Pflanzungen auf dem ehemaligen Todesstreifen. Der Anstoß zu dem Projekt sei von einem Brautpaar ausgegangen, erklärt Marian Przybilla von der Umweltschutzorganisation den Ursprung der jungen Tradition. Weil Berliner Forstämter damals kein Interesse an solchen Pflanzungen hatten, sei die Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eingesprungen. "Wir gießen die Bäumchen auch im Sommer, wenn die Eheleute nicht selbst vorbeikommen können."
Oft aber übernähmen diese die Pflege selbst und würden dann auch mit den Kindern ihren Baum besuchen. Die Deutsche Waldjugend hatte schon zuvor die Patenschaft über das ehemalige Grenzgebiet übernommen. Im einstigen Kontrollturm betreibt sie praktischen Naturschutz. Ihr Angebot umfasst neben der Möglichkeit, Hochzeitsbäume zu pflanzen, auch anschaulichen Biologieunterricht, regelmäßige Treffen, Fahrten und Zeltlager.