Junge Leute machen sich rund um den Ökoturm nützlich
HOHEN NEUENDORF. – Jeder Besitzer eines großen Grundstücks weiß das: Ist er hinten fertig, muss er vorn wieder anfangen. Nicht anders geht es dem Regionalverband Oberhavel der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sein Gelände um den Ökoturm auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf/Bergfelde misst stattliche 4.000 Quadratmeter, hinzu kommen in Absprache mit Förster Carsten Voigt Arbeiten im angrenzenden Wald, Aktivitäten am Herthamoor und Pflege der Winterlindenallee. Ein breites Betätigungsfeld für junge Leute, die Waldjugend, die sich jeden Freitag von 15.00 bis 17.00 Uhr am Turm treffen – im Sommer auch länger – sich nützlich machen und Spaß dabei haben.
Immer wieder sind auch Schulklassen am Naturschutzturm, einem umgebauten Wachturm, anzutreffen, um hier naturnahen Unterricht, Projekttage, Exkursionen oder Wandertage zu erleben. Davon Gebrauch gemacht haben zum Beispiel die Grundschulen Hohen Neuendorf und Bergfelde, die Regenbogenschule Hennigsdorf, die Robinsonschule Bernau und auch Klassen aus Reinickendorf.
Zudem bietet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Führungen durch den Frohnauer Forst, die am einstigen Grenzturm enden und auch Beschäftigung mit der Geschichte der DDR ermöglichen. Sogar eine Firma machte davon Gebrauch und startete zu einem naturverbundenen Betriebsausflug, wie von der Vereinsvorsitzenden Helga Garduhn zu erfahren war.
Diese Aktivitäten werden einfließen in den Jahresrückblick, zu dem die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Sonnabend, 28. Januar, ab 10.00 Uhr in der Waldschule Briesetal in Briese zusammenkommen. Ab 11.00 Uhr ist die Öffentlichkeit herzlich willkommen. Der Borgsdorfer Diplombiologe Sebastian Scheel berichtet von seiner mehrmonatigen Reise nach Neuseeland, wobei er Natur und Umweltschutz in den Mittelpunkt stellt. Danach gibt es Kartoffelsuppe.
Wie der Name sagt, versteht sich die Schutzgemeinschaft als Hüter des Waldes und hat ein waches Auge auf Bauvorhaben, die mit Eingriffen in die Natur und besonders den Wald verbunden sind. Deshalb schlugen die Mitglieder des Vereins Alarm, als auf dem Areal der Lehnitzer Kaserne 2.500 Hektar Wald für ein umstrittenes Projekt geopfert werden sollten. Auch der geplante Sportplatzbau in Bergfelde, für den 5,5 Hektar Wald in Anspruch genommen werden sollen, bereitet den Mitgliedern der Schutzgemeinschaft Kummer. Ihrer Meinung nach gibt es Alternativen. Oder der vorgesehene sechsspurige Ausbau der Autobahn 10, für den gleichfalls in Größenordnung die Säge an Bäumen angesetzt werden wird. "Die Ersatzpflanzungen können die Wohlfahrtswirkungen des gewesenen Waldes nicht ersetzen", kritisiert Helga Garduhn und fügt hinzu: "Auch zu Art und Weise der Ersatzpflanzungen haben wir Einspruch eingelegt."