Ökoturm nun auch in Japan bekannt

Filmteam aus Tokio drehte am ehemaligen Grenzstreifen

HOHEN NEUENDORF / BERGFELDE. – Nun hat der Naturschutzturm Aufmerksamkeit bis nach Asien erregt! In Japan interessierte man sich für dieses außergewöhnliche Projekt der Deutschen Waldjugend auf dem ehemaligen Grenzstreifen. Ende August vorigen Jahres war ein Filmteam aus Tokio gekommen, um Aufnahmen für eine japanische Fernsehsendung über Kinder der Welt zu machen. Eine Kopie des ausgestrahlten Beitrags haben die Fernsehmacher den Turmleuten zukommen lassen. Die haben sich gefreut, auch wenn sie kein Wort verstanden haben, wie Marian Przybilla, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Waldjugend – Naturschutzturm Berliner Nordrand, zugeben musste.

2003 im Rückblick – Junge Leute aktiv für die Umwelt

Rund um den "Ökoturm" war auch im vergangenen Jahr jede Menge los. So wie seit Mai 1990, als die DDR gerade auf dem Weg zur deutschen Einheit war und einige Jugendliche aus Berlin und dem Kreis Oranienburg die Umwandlung eines nicht mehr benötigten Grenzturmes der Berliner Mauer zu einem Naturschutzturm der Deutschen Waldjugend in Angriff nahmen. Seit dieser Zeit hat dieses einzigartige Projekt Bestand, treffen sich dort jeden Freitag regelmäßig Jugendliche aus Berlin und Brandenburg zu ihrer Gruppenstunde, schaffen etwas für Natur und Wald.

Seit drei Jahren wird im Naturschutzturm in einem großen Schulheft kurz aufgeschrieben, wer am Turm war und was erledigt wurde. Bei ihren Gruppenstunden an 49 Freitagen im vergangenen Jahr verbrachten 358 junge Leute 43.855 Stunden an ihrem Projekt. Schulferien gibt es nicht am Turm.

Selbst im Winter viel zu tun

Die "Öko-Kids" halten auch keinen Winterschlaf. In der kalten Jahreszeit werden Baumwuchs im Herthamoor entfernt, aus den Ästen Hölzer für Stockbrot am Lagerfeuer gemacht, Sturmholz gefällt, Brennholz gehackt, Robinien als Baumaterial gefällt oder Kiefernzweige für den Advent gewonnen. Natürlich sitzt man auch gern am Lagerfeuer oder im geheizten Turm zusammen. Über das Jahr verteilt fällt vieles an: Bäumchen werden umgepflanzt, Sträucher an den Zaun gesetzt, Beete versorgt, Kompost gesiebt, die heranwachsenden Weidenhäuser geflochten, zerstörte Barrieren im Wald erneuert, die Lindenallee am früheren Kolonnenweg gepflegt, Benjeshecken aufgeschichtet, Nistkästen kontrolliert.

Im vergangenen heißen Sommer mussten Beete und kleine Bäume gegossen werden. Vor allem sorgten sich die Jugendlichen um die Hochzeits- und Jahresbäume. Natürlich wird auch Müll aufgesammelt. Im Gelände wurde Dachbegrünung auf einen neuen Holzschuppen aufgebracht, der Grillplatz vergrößert, der Rundweg für Rollstuhlfahrer wieder mit geschenkten Wegeplatten verlängert. Im Turm wurden Beleuchtung und Schutzbleche erneuert. Der Naturschutzturm hat viele "Freunde": Die Firma Andreas Jahnke aus Hohen Neuendorf reparierte kostenlos Wasserleitungen. Gärtner Gericke brachte mehrmals Stauden und Sträucher aus seinem aufgelösten Betrieb. Auf Anraten von Klaus Schuster von der Feuersozietät aus Hohen Neuendorf wurden die Schutzmaßnahmen am Turm erheblich verstärkt. Die Waldschmiede Lutz Kühn restaurierte die Original-Stahltür des Turmes. Die Firma Elektro-Abraham aus Hohen Neuendorf verbesserte die Stromversorgung.

Wie selbstverständlich unterstützte wieder Förster Carsten Voigt aus Bergfelde und Wolfgang Korn aus Berlin-Hermsdorf die Jugendlichen; auch der frühere Berliner Patenförster Klaus Hamer stand mit Rat zur Seite.

Einmal wöchentlich kommen schon seit 1996 Schüler der Katholischen Schule Sankt Franziskus aus Berlin-Schöneberg. Immer wieder verbringen Schüler hier Projekttage, besonders aus dem Runge-Gymnasium Oranienburg sowie den Grundschulen Hohen Neuendorf und Bergfelde; auch Lehrergruppen informierten sich. Regelmäßig veranstaltet die Waldjugend einen "Tag der offenen Turmtür" und nimmt am "Tag des offenen Denkmals" teil. Zwischendurch kommen verschiedene Besuchergruppen. An den Gedenktagen 13. August, 3. Oktober und 9. November finden Führungen statt. Frisch vermählte Paare pflanzen ein Hochzeitsbäumchen.

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