Schaufeln macht den Kopf frei

Internationales Workcamp am Naturschutzturm

Hohen Neuendorf/Frohnau. – Mit viel Energie versuchen seit Sonnabend zehn junge Menschen von der gemeinnützigen Organisation "Service Civil International" (SCI) die Lindenallee am Kolonnenweg zu retten. "Wir sind dankbar für diese Hilfe", sagt Helga Garduhn, die Vorsitzende der Gruppe Naturschutzturm Berliner Nordrand des Vereins Deutsche Waldjugend. Sie gräbt gerade eines der Schaubeete um, jätet Unkraut.

Zu tun gibt es eine Menge in dem 4.000 Quadratmeter großen Gebiet um den ehemaligen Grenzturm. Nebenan fallen russische, englische und deutsche Worte. Spaten stehen herum, Arbeitshandschuhe liegen daneben. Die jungen Leute machen gerade Pause. Sie sitzen auf Holzstümpfen im Halbschatten vor dem Turm und trinken etwas Kaltes.

"Ich habe viel Energie und möchte etwas Gutes tun", sagt Alina, eine 19-jährige Studentin aus der Ukraine. Zwei Wochen lang wird sie gemeinsam mit neun anderen jungen Menschen aus Russland, Belgien, Litauen, Italien und Deutschland in dem gemeinnützigen Projekt arbeiten. Die bunt gemischte Gruppe – es sind Studenten, ein Lehrer und eine Psychologin zwischen 18 und 31 Jahren – schläft im Frohnauer Künstlerhof: sehr spartanisch auf Isomatten – dafür kostenlos.

Fünf bis sechs Stunden am Tag helfen sie am Naturschutzturm: Ihre wichtigste Aufgabe ist, die 200 Linden in der Kolonnenallee vom Reitgras zu befreien. Außerdem helfen die jungen SCI-Teilnehmer bei Forstarbeiten und erneuern die Schaubeete – alles unentgeltlich. Jeder von ihnen möchte interessante Menschen aus aller Welt kennen lernen, viele wollen ihre Sprachkenntnisse verbessern, andere aber auch einfach nur arbeiten: "Ich mag Arbeit, um den Kopf frei zu bekommen", sagt Senne. Die 21-jährige Musikstudentin aus Belgien glaubt, dass man seinen freiwilligen Einsatz für die Gesellschaft im Leben zurückbekommt.

Während des zweiwöchigen Workcamps steht aber nicht nur Arbeit auf dem Programm. Die Rotarier in Oberhavel unterstützen das Projekt, sie organisieren eine Dampferfahrt von Hennigsdorf nach Berlin, einen Tag in Potsdam sowie einen Grillabend für die Teilnehmer. Der Berliner Senat unterstützt das Projekt finanziell.

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