An diesem Tag berichten die Zeitungen, dass die bekannte Berliner Prachtstraße 350 Jahre alt wird. Im Grenzstreifen am "DWJ – Naturschutzturm Berliner Nordrand", einem ehemaligen Grenzturm, pflanzten am 17.04.1997 vormittags Schüler des Runge Gymnasiums Oranienburg und der Katholischen Schule Sankt Franziskus in Berlin-Schöneberg entlang des ehemaligen Kolonnenweges eine Lindenallee mit 200 Bäumen.
Wie kam es dazu? Durch den ehemaligen Grenzstreifen, in dem die Deutsche Waldjugend (DWJ) schon über 60.000 Bäume gepflanzt hatte, sollte eine 20 kV-Mittelspannungsleitung der Elektrizitätsversorgung unmittelbar am Kolonnenweg in einem schmalen Graben verlegt werden. Dies erfuhr die DWJ rechtzeitig und nahm Kontakt mit der MEV AG auf.
Die Überlegung war: Wenn schon ein Kabel gelegt werden soll, dann wäre es doch bestimmt möglich, auch einen Stromanschluß für den "Naturschutzturm" in diesen Schacht zu legen. Bisher war der Turm nur durch eine kleine Solaranlage, die an dieser Stelle nicht vergrößerungsfähig ist, mit Lichtstrom versorgt. Die MEV AG zeigte sich sehr kooperationsfreudig und regte an, zusammen mit der DWJ die erforderliche Ersatzmaßnahme als Lindenallee zu pflanzen. Der Patenförster stimmte gerne diesem Vorschlag zu und half mit seinen Leuten. Da der Termin in der Woche lag, kamen die beiden Turm-Initiatoren mit Schülern aus ihren Schulen. Ein paar Waldläufer konnten sich auch freinehmen. Überraschung: Die MEV AG spendierte auch noch die Verpflegung durch einen Partyservice.
Die DWJ erklärte sich bereit, die Pflege der Bäume zu übernehmen, insbesondere sie in trockenen Sommertagen zu gießen. Die DWJ legte eine "Buddelstunde" für das Kabel ein, Herr Wiese, der Vater eines Waldläufers, erledigte die erforderlichen Anschlußarbeiten. Die Firma "Solar-Haus-Systeme" verkabelte preisgünstig den Turm, so dass automatisch je nach Bedarf Netz- oder Solarstrom verwendet werden kann. Eine Zusammenarbeit, wie sie nicht besser hätte sein können. Da spürt man, wie viel Freude die Mitarbeit in der DWJ bringen kann.