Ehemaliger Grenzstreifen wieder grün / Viel Arbeit für die Waldjugend
BERGFELDE. – Wer einen Garten hat, der weiß: Es gibt immer was zu tun! Wie groß muss erst der Arbeitsanfall sein, wenn das Gelände nicht zu übersehen ist, wenn Duft-, Kräuter- und Gemüsebeete nach Pflege rufen, das im Wachsen befindliche Weidenhaus geflochten sein will, Komposthaufen umgesetzt sowie Feuchtpflanzenzonen und Streuobstwiesen in Schuss gehalten werden müssen? Hinzu kommen die neuen Linden entlang des Kolonnenweges. Sie brauchen Wasser und immer mal wieder neue Pfähle zur Befestigung. Die unter Naturschutz stehenden Wacholderbüsche müssen per Hand freigeschnitten werden. Und auch im Hertha-Moor ist eigentlich kein Fertigwerden, denn bei Frostgraden steht an, es zu "entbuschen". Hinzu kommt der Bau von Nistkästen und vieles andere mehr.
Die Rede ist vom Gelände rund um den Ökoturm in Bergfelde, dem die Mitglieder der Deutschen Waldjugend, dem Jugendverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, seit der Wende das Leben wiedergeben. Denn hier verlief einst der todbringende innerdeutsche Grenzstreifen, und der Naturschutzturm war Grenzturm.
An dieses traurige Kapitel Geschichte erinnern seit geraumer Zeit Stelen in Turmnähe, mit der der Fluchtopfer, wie der 18-jährigen Marienetta Jirkowsky, gedacht wird. Vor allem Freitag ist Turmtag. Vormittags macht sich eine Klasse der katholischen Schule Sankt Franziskus aus Berlin-Schöneberg nützlich, am Nachmittag ist Gruppenstunde der "Turmfalken". In unregelmäßigen Abständen ist der Ökoturm Ziel von Schülergruppen aus Schulen des Kreises Oberhavel – vor allem aus Hohen Neuendorf, Bergfelde und Oranienburg – sowie Berlin, die hier Projekttage, Biologieunterricht oder Führungen erleben. Tage des Waldes, des Baumes, des offenen Denkmals, der offenen Turmtür und des Mauergedenkens gehören zu den Höhepunkten am Turm.