Die Römerschanze im Königswald

Die sogenannte „Römerschanze“ wurde im Volksmund auch „Räuberschanze“ oder „Königswall“ genannt und wurde vermutlich nie von einem Römer betreten. Sie liegt im Naturschutzgebiet Königswald in der Nähe von Sacrow, einem Ortsteil von Potsdam.

Die bronzezeitliche Befestigungsanlage war in den Jahren 1000 bis 500 v. Chr. besiedelt. Später wurde sie vom 7. bis 12. Jahrhundert n. Chr. als slawische Burg genutzt. Die slawische Siedlung wurde Anfang des 13. Jahrhunderts aufgegeben.

Ein gewaltiger Ringwall ist als Überrest einer imposanten Befestigungsanlage mit einem etwa drei Meter hohen Wall mit einer Ausdehnung von 175 x 123 Metern erhalten geblieben. Das seit 1956 unter strengem Denkmalschutz stehende Bodendenkmal aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit wurde erstmalig 1881 und dann in den Jahren 1908 bis 1910 mit archäologischen Methoden untersucht. Die Freilegung eines bronzezeitlichen Pfostenhauses und die Untersuchung der Wallanlage erbrachten zahlreiche Fundstücke.

Die Befestigungsanlage befindet sich oberhalb des Ufers vom Lehnitzsee auf einer natürlichen Anhöhe. Sie wurde von einem sechs Meter hohen Ringwall in Holz-Erde-Konstruktion umschlossen und konnte von bis zu 1.000 Menschen bewohnt und verteidigt werden. Im Inneren standen Häuser, von denen eines (11,50 x 6,60 Meter) freigelegt werden konnte.

Waldjugend engagiert sich auch im Denkmalschutz

Seit 1990 wird die Römerschanze von Jugendlichen der Deutschen Waldjugend betreut. Die jungen Waldläufer führen regelmäßig Waldpflegearbeiten zum Erhalt der ehemaligen Siedlungsanlage durch, die in ihrem Patenforst Königswald liegt. Diese Aktivitäten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Oberförsterei Potsdam und in Absprache mit dem Brandenburgischen Museum für Ur- und Frühgeschichte. Die Kinder und Jugendlichen aus verschiedenen Bundesländern treffen sich aus diesem Anlass traditionell zu Ostern an der Revierförsterei Krampnitz zu einem Zeltlager.

Auch der Naturschutzturm Berliner Nordrand, ein ehemaliger Wachturm der deutsch-deutschen Grenze, wird von der Deutschen Waldjugend betreut. Er wurde im November 2009 in die Denkmallliste des Landes Brandenburg eingetragen.

Text nach Reinhard Probst – Brandenburgisches Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte, Zeichnungen by G. Krauskopf und F. Dreyer