Der Tag des Baumes

„Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!“

Dieser Satz des Farmers Julius Sterling Morton aus dem Jahr 1872 wurde nach dessen Tod auf ein ihm gewidmetes Standbild gemeißelt. Morton hatte als erster in Amerika die positive Wirkung der Bäume auf die Landwirtschaft und den Umweltschutz erkannt und in seiner „Arbor Day Resolution“ zusammengefasst. Er forderte einen jährlichen „Tag des Baumes“, der auch von der Regierung eingeführt wurde.

Später wurde der Tag des Baumes (englisch: Arbor Day) in der ganzen Welt bekannt. Am 28. November 1951 beschloss die Welternährungsorganisation FAO der UNO, in allen Mitgliedsländern einen Waldfesttag des Baumes zu feiern. Bereits zwei Wochen zuvor hatte sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) auf einer Tagung in Bonn am 10. November 1951 zu einer Einführung des „Tag des Baumes“ in Deutschland entschlossen. Auf Initiative des damaligen Präsidenten der SDW, Bundesinnenminister Dr. Robert Lehr, wurde dieser Tag am 25. April 1952 bundesweit zum ersten Mal begangen. – Professor Dr. Theodor Heuß, der erste Bundespräsident, pflanzte im Bonner Hofgarten einen Ahornbaum. Der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin Prof. Dr. Ernst Reuter pflanzte zu gleicher Zeit im Rahmen einer Feierstunde eine Eiche in unmittelbarer Nähe des Jagdschlosses Grunewald. – Seither wird alljährlich bundesweit am 25. April ein „Tag des Baumes“ begangen.

The History of Arbor Day

Die amerikanische National Arbor Day Foundation beschreibt die Geschichte des Arbor Day wie folgt:

Die Idee des Arbor Day kommt aus Nebraska. Ein Besuch in Nebraska würde heute nicht mehr erahnen lassen, dass das Land einst eine baumlose Ebene war. Doch genau dieser Mangel an Bäumen dort führte im 19. Jahrhundert zur Idee des Arbor Day. Unter den Pionieren, die im Jahre 1854 in die Region Nebraska kamen, war auch J. Sterling Morton aus Detroit. Er und seine Frau liebten die Natur. Das Grundstück, das sie in Nebraska erworben hatten, wurde schnell mit Bäumen, Sträuchen und Blumen bepflanzt. Morton war Journalist und wurde Herausgeber von Nebraskas erster Zeitung. Angesichts dieses Forums publizierte er landwirtschaftliche Informationen und verbreitete seine Begeisterung für Bäume an eine ebenso enthusiastische Leserschaft. Die Pioniere vermissten ihre Bäume. Wichtiger aber war, dass die Bäume als Windschutz und Schattenspender in der heißen Sonne Nebraskas, sowie deren Holz als Brenn- und Baustoff von herausragender Bedeutung waren. In seinen Artikeln und Leitartikeln befürwortete Morton nicht nur das Pflanzen von Bäumen durch Einzelpersonen. Er ermutigte auch Bürgerinitiativen und Gruppen, sich der Idee anzuschließen. Sein Bekanntheitsgrad erhöhte sich und er wurde Staatssekretär in Nebraska, was ihm ermöglichte, den Wert der Bäume auch in politischer Funktion zu betonen.

Am 4. Januar 1872 schlug Morton auf einer Sitzung des State Board of Agriculture einen Arbor Day als Feiertag vor. Das Datum wurde auf den 10. April 1872 festgelegt. Es wurden Preise für diejenigen Landkreise und Einzelpersonen ausgelobt, welche an diesem Tag die meisten Bäume pflanzen würden. Schätzungen gehen davon aus, dass an diesem ersten Arbor Day in Nebraska mehr als eine Millionen Bäume gepflanzt worden sind. Der Arbor Day wurde von Gov. Robert W. Furnas am 12. März 1874 offiziell ausgerufen und am 10. April 1874 begangen. Im Jahre 1885 wurde der Tag zum gesetzlichen Feiertag in Nebraska und der 22. April, der Geburtstag Mortons, wurde als Datum festgelegt.

Nach den Aufzeichnungen der Nebraska City News vom April 1885 feierte die Stadt den Arbor Day mit einer großen Parade und einer Rede von J. Sterling Morton. Schüler unterschiedlicher Altersstufen trafen sich am Morgen in ihren Klassen, um mindestens einen Baum zu pflanzen. Jeder Baum bekam ein Schild, auf dem die Klasse und das Datum der Pflanzung vermerkt wurde. Fortan übernahmen die Schüler die Verantwortung für die Pflege ihres Baumes. […]

Heute ist das am meisten verbreitete Datum für den Arbor Day der letzte Freitag im April. […] In einigen Staaten jedoch wird dieser Festtag zu einem anderen Datum begangen, das sich an den natürlichen Wachstumsperioden der Bäume orientiert: im Januar und Februar im Süden und bis in den Mai hinein im hohen Norden der Vereinigten Staaten.

Der Arbor Day ist heute über die Vereinigten Staaten hinaus verbreitet und wird in vielen Ländern der Welt begangen.