Inventur bei Mutter Natur

GEO-Tag der Artenvielfalt – Treffpunkt am ehemaligen Grenzturm

Hohen Neuendorf. – In allen Unternehmen wird in regelmäßigen Abständen Inventur gemacht; wird gezählt, gemessen und gewogen. Seit 1999 ist auch Mutter Natur „Bilanzobjekt“. Diese ungewöhnliche Bestandsaufnahme nennt sich „Geo-Tag der Artenvielfalt“. Er findet immer Anfang Juni statt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern.

Veranstalter des „Geo-Tages“ im Kreis Oberhavel werden am Sonnabend, dem 15. Juni, die eingetragenen Vereine „Sterntaler“, „Waldschule Briesetal“ und die „Deutsche Waldjugend“ sein. Treffpunkt für all jene, die sich für Bäume, Sträucher, Schmetterlinge, Wasserpflanzen, Lurche, Kriechtiere, Gräser, Blütenpflanzen, Insekten, Vögel, Spinnen und Säugetiere interessieren, ist um 9.30 Uhr am Naturschutzturm in Hohen Neuendorf. Im Ergebnis dieser mit Sicherheit spannenden Expedition in die Vielfalt der Natur werden Listen angefertigt und dem Geo-Magazin zur Verfügung gestellt, das die mehr als 200 Aktionen begleitet.

In Oberhavel haben diese besonderen Tage mit großem Erfolg bereits im Kremmener Luch und im Briesetal stattgefunden. Im Vorjahr hatten sich 75 Teilnehmer auf die Spur gemacht und 458 Arten gefunden: Pflanzen und Tiere.

Der diesjährige „4. Geo-Tag der Artenvielfalt“ wird schon jetzt als die „größte Feldforschungsaktion in Europa“ betrachtet. Es werden zehntausende Teilnehmer erwartet. Im Mittelpunkt steht die „Urwaldinsel“ Vilm in der Ostsee.

Der „Geo-Tag“ soll mehr sein als der vorübergehende Versuch, „Sumpfvergissmeinnicht und Schöngesichtige Zwergdeckelschnecke mit journalistischen Mitteln zu popularisieren“. Vielmehr soll er Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu anstiften, das zunächst Unscheinbare unter die Lupe zu nehmen, einen Reichtum zu entdecken, den es im Interesse ökologischer Vernunft zu verteidigen gilt – gegen hilflose Naturschwärmerei und gezielte Zerstörung.