Die Amerikanische Traubenkirsche

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Die Späte Traubenkirsche (prunus serotina) ist auch bekannt unter dem Namen Amerikanische Traubenkirsche, weil sie ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika stammt. Dort ist sie unter der Bezeichnung Wild Black Cherry geläufig. Im Jahre 1623 gelangte diese Baumart zunächst nach Frankreich. In Deutschland ist sie seit 1685 nachgewiesen.

Die Amerikanische Traubenkirsche wächst als Großstrauch oder Baum mit schmaler Krone vor allem auf tiefgründigen und nährstoffarmen Sand- und Lehmböden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser Baum in Deutschland gezielt als Forstholz angepflanzt. Bald jedoch stellte sich heraus, dass die Amerikanische Traubenkirsche die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Bäume blieben – insbesondere in der norddeutschen Tiefebene, zu der auch die Region Berlin-Brandenburg gehört – strauchig und waren eher schlechtwüchsig. Sie begannen, sich unkontrolliert auszubreiten und so andere Baumarten, die sowohl aus forstwirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht wertvoller sind, aus ihren Lebensräumen zu verdrängen.

Durch Wurzelsprossbildung gelingt es der Amerikanischen Traubenkirsche, sich sehr schnell auch ohne Samen auszubreiten, was eine Bekämpfung sehr mühsam macht. So waren bisher alle chemischen und mechanischen Bekämpfungsversuche wenig erfolgreich.

Die Späte Traubenkirsche ist übrigens zu unterscheiden von der Traubenkirsche (prunus padus), die in Europa in zwei Formen vor allem in Auenwäldern oder in höheren Gebirgslagen bei etwa 1.500 Metern vorkommt.